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Flüsterpost auf der Hundewiese

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Die Top 3 der sich am hartnäckigsten haltenden Gerüchte

Immer wieder hört man sie, bekommt sie als Ratschläge mitgeteilt oder ungefragt hinterher gerufen. Die “Klassiker” zum Thema Hundewissen, die immer noch und immer wieder auf der Straße, im Park, auf dem öffentlichen Hundeplatz, im Hundeauslaufgebiet und wo man sich sonst noch so mit seinem Hund aufhält, verbreitet werden.

Das Interessante dabei: niemals handelt es sich hier um Fachfrauen und -männer, sondern immer um private Hundehalter. Deswegen hier, zur Info für alle Hundeneulinge, die drei hartnäckigsten und oftmals fatalen Fehlinformationen, die wie bei Flüsterpost von Park zu Park hüpfen.

An dieser Stelle möchte ich zudem jedem Hundehalter ans Herz legen, sich einfach einmal wenigstens den Fragenkatalog zum Hundeführerschein anzusehen. Egal wie sinnlos der Hundeführerschein generell sein mag, Bildung und Information in einer Stadt mit einer so extrem hohen Hundedichte sollte jedem ein Anliegen sein. Für das Wohl unserer Hunde (aller!). Seien Sie neugierig und testen Sie Ihr Basiswissen.

Hier zum Download: Fragenkatalog Hundeführerschein

1. Der Welpenschutz

Welpen genießen gegenüber erwachsenen, fremden Hunden KEINEN Welpenschutz! Es ist im Gegenteil sogar so, dass erwachsene Hunde sich von fremden Welpen oftmals sehr genervt fühlen und vor allem den Umgang mit selbigen selbst nie gelernt haben. Fragen Sie bitte immer den anderen Hundehalter, ob sein Hund mit Welpen umgehen kann und möchte und falls der Halter sich nicht sicher ist, lassen sie diesen Kontakt einfach sein.

Vor allem natürlich wenn es sich um einen größeren Hund handelt, der zudem vielleicht sogar noch angeleint ist und keine Möglichkeit sieht der Situation auszuweichen, kann es schnell zu Verletzungen kommen.

(siehe Fragen 19 und 22 der Sachkundeprüfung mit Fotos)

2. Hunde müssen / sollen an der Leine Kontakt haben

Es hält sich hartnäckig die Fehleinschätzung, dass Hunde an der Leine auf Artgenossen sozialisiert werden / werden müssen. Oftmals ist es gruselig zu beobachten, wie angeleinte Hunde auf der Straße von anderen bedrängt und in die enge getrieben werden. Ein kleiner Welpe, der sich gerade an die Stadt gewöhnt und noch gar nicht weiß, wie man an der Leine läuft und wo oben und unten ist, wird von oftmals freilaufenden Hunden völlig ungehemmt bedrängt. Es gibt keine Ausweichmöglichkeit. Wenn der Kleine dann sichtlich gestresst ist und ganz klar KEINE guten ersten Erfahrungen mit anderen Hunden sammelt, hört man nicht selten auch noch vom Besitzer des aufdringlichen, unerzogenen Hundes: “Das muss Ihrer jetzt mal aushalten, das muss er lernen!”……….

Nein! Muss er nicht. Ihr Hund, gute Nachricht, muss nicht lernen in einer Situation, die er nicht möchte, und aus der er nicht ausweichen kann, auszuharren, still zu halten und sich bedrängen zu lassen. Man treibt ein Tier nicht in die Enge. Menschen auch nicht. Sie dürfen GERNE Hundekontakte an der Leine vermeiden und Ihrem Hund beibringen, entspannt an anderen vorbei zu gehen. Sie sorgen für ihn und geben ihm das Gefühl, dass er sich auf sein Rudel verlassen kann und nicht ständig in Situationen kommt, in denen er sich ausgeliefert fühlt. Egal ob Welpe, alter Hund, kranker Hund, introvertierter Hund, ängstlicher Hund, Hund der schlicht und einfach keinen Bock auf andere Hunde hat, ihr Hund soll und darf sich mit Ihnen an der Seite sicher fühlen. Leinenagression entsteht zu einem Großteil aus eben solchen übergriffigen Situationen. Der Hund nimmt das logischerweise irgendwann selbst in die Hand. Und vertreibt nervige Artgenossen. Lasst uns alle verstehen, dass man Hunde nicht bedrängt und dass man vorher fragt und am entspanntesten wäre es für alle Beteiligten, wenn man einfach höflich an einander vorbei ginge. (ganz klar gibt es zum Glück auch viele Hunde, die das gut abkönnen…. aber eben so viele, für die ein Tag in Berlin nicht mehr ist, als ein nervenaufreibender Spießrutenlauf! Mehr hierzu im Beitrag “Der angeleinte Hund”)

GEWÖHNUNG AN ANDERE HUNDE FINDET NICHT AN DER LEINE STATT!! JEDER HUND HAT EIN RECHT DARAUF, IN RUHE GELASSEN ZU WERDEN!

(siehe Fragen S.8/Frage 6!, S.12/Frage 17, S.19/ Frage 40, S.22/Frage 10!,12!, S.27/Frage 20, S.29/Frage 23f, 25)

3. Das machen die Hunde unter sich aus

Hier kommt mit Sicherheit der berechtigte Einwurf: “Genau das hat mein Hundetrainer aber gesagt!”. Ja, und wahrscheinlich und hoffentlich hatte er/sie in der entsprechenden Situation auch recht. Natürlich gibt es viele Situationen, die man einfach laufen lassen kann. Aber dies betrifft niemals alle. Ihr ausgebildeter Hundemensch weiß die Situation einzuschätzen, in der Welpengruppe erklärt er Ihnen, wann man die Hunde lernen lässt und wann man mal eingreifen sollte. In der Halbstarkengruppe und anderen Kursen geht es so weiter. Ihr Trainer kann die Situation einschätzen und er kennt Ihren Bruno nun schon seit der Welpenspielstunde oder hat ihn in anderen Kursen kennen gelernt und kann sowohl bei ihm, als auch dem anderen Hunden die kommenden Verhaltensweisen antizipieren. Der private Hundehalter im Park, der Ihnen erzählt, er habe schon seit 40 Jahren Hunde und nun seinen 5ten…… Ja, der hat mit Sicherheit wesentlich mehr Ahnung als ein Ersthundebesitzer, er ist aber weder fachlich ausgebildet, noch hat er mit hunderten von Hunden in verschiedensten Konstellationen und in verschiedensten Situationen gearbeitet. Er ist und bleibt nur ein Hundeliebhaber. Mehr nicht. Wir sind das Rudel unseres Hundes und wir haben die Verpflichtung und Verantwortung unseren Hund zu einem sozial kompatiblen Tier zu erziehen. Nicht einfach sich selbst zu überlassen und zu einem grenzenlosen, hemmungslosen, losstürmenden, nicht hörenden Rambo werden zu lassen, den dann Bitteschön die anderen (armen) Hunde erziehen sollen, weil Herrchen und Frauchen denken, sie könnten sich da einfach rausnehmen.

Und ja, wenn Ihnen Ihr Bauchgefühl sagt, dass Ihr Hund gerade stark bedrängt oder gar gemobbt wird, dann helfen Sie Ihm! Sie müssen da nicht zusehen. Und umgekehrt, wenn Ihr Hund mobbt und stark bedrängt, setzten Sie ihm bitte Grenzen. (mehr dazu im Beitrag “Das machen die alleine aus”)

(ab S.9 “Körpersprache”, S.12/Frage 17, S.22/Frage 11, 12, S.25/Frage 18, S.29/Frage 23a,d, 25)

 
Posted on May 5, 2019 and filed under Rücksicht + Miteinander, Alltag mit Hund, Gutes Benehmen.

Der Hundeführerschein

 
 

07.01.2019

Der Hundeführerschein 2019, ab jetzt herrscht Leinenpflicht!

LEINENZWANG

Fast jeder hat es nun mitbekommen, seit 01.01.2019 gilt nun offiziell die allgemeine Leinenpflicht. Das heißt, es gilt das Gleiche wie bisher UND ZUSÄTZLICH darf man einen Hund nicht mehr auf dem Bürgersteig, leeren Plätzen oder Brachflächen frei laufen lassen. Wer seinen Hund aus Sicherheitsgründen ohnehin nicht neben der Straße frei laufen lassen möchte, der kann sich den Aufwand sparen. Wer seinen Hund dort weiterhin oder künftig frei laufen lassen möchte, muss folgendes beachten.

“Allgemeine Leinenpflicht nach dem Berliner Hundegesetz bedeutet, dass Sie Ihren Hund im ge- samten Stadtgebiet an die Leine nehmen müssen, ausgenommen ausgewiesene Hundeauslauf- gebiete und Hundefreilaufflächen.”

WANN GILT DIE LEINENPFLICHT NICHT?

1. Für alle Hunde, die schon vor dem 22.07.2016 gehalten wurden.

Und wie weise ich das nach? Ganz einfach ;-):

“……..Für den Nachweis, dass Sie bereits vor Inkrafttreten des Gesetzes Halterin/Halter des Hundes waren, reicht eine entsprechende Haftpflichtpolice, der Steuerbescheid, Eintrag im Heimtier- ausweis oder die Registrierung bei einem Heimtierregister, die ggf. nach Aufforderung durch die kontrollierenden Dienstkräfte des Ordnungsamtes oder der Polizei nachträglich bei der Behörde vorgelegt werden können, aus…... . “

Und wenn jemand anderes Gassi geht?

Dazu die Antwort des Veterinäramtes Pankow:

“Die in einem gemeinsamen Haushalt lebende Person (Ehemann, Lebenspartner...) gilt auch als Halter des Hundes - auch wenn diese Person nicht der Steuerschuldner ist. Der Nachweis bei einer Kontrolle für diese Person - ist ein Auszug aus dem Melderegister + Steuerbescheid. Kinder des Haushaltes ab 18 Jahren gelten nicht als Halter. Weitere Mitbewohner (Rentner, WG-Bewohner usw.) gelten ebenfalls nicht als Halter.”

2. Für alle, die als sachkundig gelten und eine Sachkundebescheinigung erhalten haben gilt die allgemeine Leinenpflicht nicht.

Die also eine Sachkundeprüfung (theoretischer Teil) sowie den praktischen Teil einer Hundeführerscheinprüfung bestanden haben. Also den Hundeführerschein haben.

Oder in den letzten 5 Jahren einen Hund 3 Jahre ohne Beanstandung gehalten haben.

Oder z.B. Tierärzte, Hundführer von Diensthunden, Jäger mit Jagdgebrauchshundeprüfung, alle mit § 11, Sachverständige der Stadt, etc.


WO KANN ICH DIESE SACHKUNDEBESCHEINIGUNG ERWERBEN?

Der Hundeführerschein wird unter anderem vom Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV), dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) und dem Berufsverband Zertifizierter Hundetrainer abgenommen. Zudem von sogenannten Sachverständigen der Stadt Berlin. Eine Liste der Sachverständigen erhält man vom jeweiligen Ordnungsamt. Oder hier ;-). Die Kosten sind nicht einheitlich. Ein Vergleich lohnt.

Hier die links zu den Seiten:>>

BVZ

Weitere Infos auf den Seiten der Stadt, hier.



WAS WIRD GEPRÜFT?

1. Theoretischer Teil:

“Die theoretische Prüfung besteht aus 30 Fragen mit vorgegeben Antwortmöglichkeiten (Multiple Choice). Der theoretische Teil ist bestanden, wenn mindestens 70 Prozent der Fragen richtig be- antwortet sind. Die Prüfung dauert 45 Minuten und wird unter Aufsicht durchgeführt…..”

Ich wünschte, dass alle Hundehalter diese Fragen läsen und lernten. So viel wichtiges Input zum Thema höflicher Umgang miteinander, im Kontakt mit angeleinten Hunden, im Hundesauslaufgebiet. Vielleicht würde es helfen. ;-)

2. Praktischer Teil:

“In der praktischen Prüfung wird der Gehorsam des Hundes von einer sachverständigen Person geprüft. Der Hund soll bei der Prüfung mindestens 1 Jahr alt sein. Die Einzelheiten der Prüfung sind in Anlage 1 zur Hundegesetzdurchführungsverordnung beschrieben.'“

Wer sich mal so einen Bewertungsbogen für die Gehorsamsprüfunge ansehen will….. Aber macht Euch nicht verrückt. Wichtig ist im Allgemeinen, dass Ihr zeigen könnt, dass Ihr Eure Hunde einschätzen und führen könnt und wenn vereinzelte Dinge mit Eurem Hund nicht so gut klappen, Ihr trotzdem in der Lage seid, die Allgemeinheit (Menschen, andere Hunde, Straßenverkehr, Haus- und Wildtiere) nicht zu stören.

“Die Bescheinigung erhalten Sie auf Antrag beim Ordnungsamt Ihres Wohnbezirkes, nachdem Sie erfolgreich die Sachkundeprüfung bei einem von der zuständigen Senatsverwaltung zugelassenen Sachverständigen abgelegt haben…..”

GILT MEINE SACHKUNDE AUCH FÜR ANDERE HUNDE?

“Nein, die Bescheinigung gilt grundsätzlich nur für einen bestimmten Hund. D. h., für jeden weiteren gehaltenen Hund ist eine gesonderte Sachkundebescheinigung erforderlich….”

GILT MEINE SACHKUNDE AUCH FÜR ANDERE, DEN HUND AUSFÜHRENDE PERSONEN?

“Nein, die Bescheinigung gilt nur für die Person, die mit dem Hund zusammen die Prüfung abge- legt hat. Andere den Hund ausführende Personen müssten ggf. eine eigene Sachkundebescheini- gung für den Hund erwerben.”

Weitere Informationen zum Hundegesetz auf der Seite der Stadt, hier.

WELCHE HUNDE GELTEN ALS GEFÄHRLICH UND WIE IST DER ABLAUF HIER?

“Zu den gefährlichen Hunden aufgrund Rassezugehörigkeit (sog. Listenhunde) gehören in Berlin derzeit Hunde der Rassen Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Bullterrier sowie Hunde aus Kreuzungen dieser Rassen.

Als gefährlich gelten auch Hunde sonstiger Rassen oder Kreuzungen, die vom zuständigen Ord- nungsamt aufgrund eines Vorfalls (i.d.R. Biss eines Menschen oder Tieres) als gefährlich einge- stuft wurden.”

Bitte lesen Sie dazu im Hundegesetz ab Abschnitt 3 § 17:

WIE KANN MIR DIE HUNDESCHULE LOTTALEBEN HELFEN?

Die Prüfung kann man in der Hundeschule LottaLeben wie oben beschrieben, nicht ablegen. Jedoch können wir uns gemeinsam auf die Prüfung vorbereiten. Was aus der Praxisprüfung könnte mit meinem Hund schwierig werden? Was klappt im Alltag nicht gut? Stürmt er zu angeleinten Hunden hin und ich habe ihn nicht mehr unter Kontrolle? Zerrt er an der Leine zu anderen Hunden hin und ist aufgedreht und /oder bellt sogar? Lässt er sich nicht von Fremden anfassen? etc.

Den Trainingsbedarf, der sich von Hund-Halter Team zu Hund-Halter Team natürlich unterscheidet, können wir gemeinsam ermitteln und angehen.

 
 
Posted on January 7, 2019 and filed under Alltag mit Hund.

Das machen die alleine aus!

 
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Ein alter - neuer Trend auf der Hundewiese

 

 

Klar, natürlich möchte man nicht zu den übervorsichtigen Hundehaltern zählen. Vor allem nicht in Berlin ;-). Vor allem auch nicht, weil der Hund dann ja auch übervorsichtig und ängstlich werden könnte und dann macht das Leben in der Hundehauptstadt sicherlich keinen Spaß mehr. Ein absolut nachvollziehbarer und richtiger Gedanke. Gerade aber für Menschen, die das erste Mal gemeinsam mit einem Hund die Stadt durchstreifen, ist die Frage nach der Grenze, dem richtigen Maß, dem angemessenen Verhalten in vielen Situationen nicht ganz klar. Und diese Frage ist tatsächlich auch nicht einfach zu beantworten. Auf der Hundewiese bekommt der Hundeneuling dann oft den Tipp, die Hunde doch einfach alles alleine ausmachen zu lassen. Schließlich seien es ja Hunde und man solle da nicht so eingreifen.

Grundsätzlich ist dieser Ratschlag ja nicht schlecht. In der praktischen Umsetzung jedoch häufig nicht sinnvoll. Denn man darf nicht vergessen, dass es sich meist um fremde Hunde handelt, nicht um ein etabliertes Rudel, bei dem sich die Individuen kennen, sich einschätzen können, Erfahrungen miteinander gesammelt haben und dann in einer entsprechenden Situation in der Lage sind, "das alleine auszumachen." Und selbst in etablierten Gruppen muss der Mensch oft eingreifen. Und ja, klar, Hunde sollen sich beschnüffeln dürfen und spielen und auch mal anzicken dürfen. Aber das Maß und die Umstände sind ganz entscheidend. Vor allem möchte ich hier mal wieder für die Besitzer kleinerer Hunde und ängstlicher Hunde in die Bresche springen. Es ist nicht so einfach mit einem kleinen Hund Situationen zu finden, in denen er positive und stressfreie Erfahrungen mit anderen Hunden sammeln kann, die ihn mit mehr, und nicht WENIGER Selbstbewusstsein aus der Situation gehen lassen. Nicht jeder kleine Hund ist ein Jack Russell Terrier, der vor Selbstbewusstsein strotzt und auch ein Spiel mit einem Elefanten nicht ablehnen würde. Die enormen Größenunterschiede, die wir gezüchtet haben, sind oft ganz einfach Auslöser für Schmerz und Unwohlsein und auch nicht ungefährlich. Wenn ein 4 Monate alter Zwergspitz von einem ausgewachsenen, ungebremsten, größeren Hund, und im Fall der Fälle noch von einem weiteren Hund angespielt wird und sich sichtlich ängstlich zeigt, bzw. sich schon überschlagen hat, dann ist es völlig in Ordnung, wenn man den Hund da rausholt (oder die anderen wegschickt). "Hochheben ist aber keine gute Lösung." sagt sich leicht, wenn man der Besitzer des großen, kräftigen Hundes ist, der dann auch noch die Person mit dem Hund auf dem Arm anspringt und nicht zurück gepfiffen wird. Die Frage ist doch: "Was soll der (kleine) Hund lernen?" Es tut ihm vielleicht weh, er kommt aus der Situation nicht heraus, da er von den anderen überhaupt nicht ernst genommen wird, lernt Hilflosigkeit und lernt zudem, dass er sich auf den Menschen an seiner Seite auch nicht verlassen kann. Hundekontakte werden so unangenehm, dass der Hund irgendwann Angst vor Situationen mit anderen Hunden entwickelt. Es wäre im Gegenteil die Aufgabe des anderen Hundebesitzers, seinem Hund höfliche Annäherung an kleinere, schüchterne, ängstliche, oder generell an alle Hunde beizubringen. Aber Erziehen und auch mal Grenzen setzen ist leider im Moment nicht in. Hunde pirschen sich an, preschen los, rennen andere über den Haufen, sind körperlich zu übergriffig und der Tenor bleibt: "Das machen die alleine aus." Oftmals auch ein Satz, der überspielen soll, dass der eigene Hund tatsächlich leicht außer Kontrolle geraten ist (oder noch nie unter Kontrolle war).

Laissez-faire in der Hundeszene. Das ist sehr schade und sehr kontraproduktiv für ein reibungsloses Miteinander, von dem schließlich ALLE was haben sollen. Nicht nur "survival to the fittest".

Ich kann nur jedem Hundebesitzer raten: Hört auf euer Bauchgefühl. Euer Hund fühlt sich nicht wohl? Hat große Furcht? Warum? Könnte er diese Situation jetzt ruhig mal aushalten lernen und was für sich lernen? Oder ist die Situation eindeutig unfair (z.B. Hund an Leine -  anderer Hund rennt unangeleint rein / kleiner Hund - großer grobmotorischer Hund / schüchterner Hund - extrem ungehemmter Hund / ein vorsichtiger Hund - mehrere Draufgänger). Dann raus aus der Nummer und mit etwas Abstand zum Chaos irgendwo noch eine schöne Erfahrung verschaffen. Vielleicht erst mal mit einem weiteren Hund, oder mit ruhigeren, besser erzogenen Hunden. Jeder Hund hat seine Geschichte, bei den vielen Auslandshunden kennen wir sie oft nicht. Erst mal langsam und möglichst stressfrei. Denn es ist völlig egal ob „...der nur spielen will und nix tut....“, die Perspektive des unsicheren Hundes ist die wichtige, nicht die des Draufgängers.

Eine Kollegin von mir nannte nicht zu Unrecht unlängst einen Hundeplatz sehr scharf "Mobbingkäfig". Und ja, dieser Begriff verdeutlicht schön, was für Erfahrungen dort für einige Hunde zu sammeln sind..... Natürlich darf man das nie verallgemeinern. Geht auf die Wiese, auf den Hundeplatz und guckt wer da ist. Kümmern sich die Leute um ihre Hunde? Greifen sie auch mal ein, wenn die Hunde über die Stränge schlagen? Werden die Hunde, ja auch vom Menschen, in ihre Grenzen verwiesen? Oder sitzen die Leute am Rand, trinken Kaffee, gucken aufs Handy und lassen ihre Hunde hemmungslos machen, was sie wollen. Denn es ist ja schließlich der Hundeplatz / das Hundeauslaufgebiet und Erziehung ist sowieso anstrengend. Dann ist das Verlassen dieses Ortes mit Sicherheit zunächst die bessere Idee.

Hunde (nicht alle...) brauchen Hundekontakte, wollen kommunizieren und sollten ihre eigene Sprache lernen / nicht verlernen. Aber diese Erfahrungen kann man so gestalten, dass sie Sinn machen oder eben so, dass der Schuss nach hinten losgeht.

Kümmert euch, das ist okay und euer Hund wird euch dafür als verlässlichen Partner wahrnehmen und euch dankbar sein!

 

 

 
Posted on December 20, 2017 and filed under Alltag mit Hund, Rücksicht + Miteinander.

Findus Lizzy Pedro

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Nicht alle Hunde sind gleich......

 

 

FINDUS

Findus wurde von Tierschützern in Rumänien von der Straße eingesammelt. Er sah gut aus, war gut genährt und ganz klar an Menschen gewöhnt. Nur das Fell war recht ungepflegt und ein Halsband trug er nicht. Er ließ sich anstandslos mitnehmen und lebt nun in Berlin. Ob er vorher eine Familie hatte und quasi entführt wurde, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Findus ist ein selbstbewusster Typ, in Rumänien hatte er viele Freiheiten und vermutlich genug Gelegenheiten gehabt zu lernen,  mit Menschen und anderen Hunden umzugehen. So wie er das für richtig hält. Die ersten beiden Wochen lief alles super, seine neuen Menschen verschafften ihm viele Hundekontakte, allerdings an der Leine, da sie sich noch nicht trauten, ihn abzuleinen. Dann ging es langsam los, das Findus an der Leine immer angespannter im Kontakt mit Hunden wurde. Vor allem solche, die stürmisch auf ihn zukamen und (unangeleinte) Rüden, die ihn körpersprachlich herausforderten oder gar bedrohten stressten ihn. Für seine neuen Menschen ist Findus der erste Hund und seine körperliche Anspannung konnten sie nicht immer sehen. Und wenn doch bekamen sie von den anderen Hundehaltern gesagt: "Die machen das schon alleine aus." Findus hingegen fand sich in einer völlig neuen Situation. Unglaublich viele Hundekontakte mit unglaublich vielen fremden, immer wechselnden Hunden, tagtäglich. Oft im 3-Minuten Takt. Und: Er wurde dabei festgehalten, konnte nicht ausweichen, oft war es auf engem Raum und niemand fragte ihn, Findus, ob er diese Kontakte überhaupt möchte. Jeder ging einfach davon aus, dass es wohl so sein müsse. Findus ist wie gesagt ein erfahrener, selbstbewusster Rüde, er ist erwachsen, spielen mit anderen Hunden gehört nicht mehr zu seinen bevorzugten Beschäftigungen. Und schon gar nicht, wenn man dabei festgehalten wird. Hündinnen sind für ihn teilweise interessant, Rüden geht er in der Regel aus dem Weg, sie werden geduldet oder in die Schranken gewiesen. Ansonsten ist er ein Hund, der einfach seine Ruhe haben möchte. Berlin und diese ständigen unfreiwilligen engen Kontakte, bei denen der andere Hund oftmals frei laufend war und damit klar im Vorteil... ging ihm sehr schnell auf die Nerven. Der entspannte, kuschelige Rumäne wurde bald zum angespannten, sozial überforderten, gestressten Hund. Hinzu kommt, dass Findus wie viele größere Hunde an Hüftdysplasie (HD) leidet. Jeder Kontakt mit Hunden kann für ihn daher zusätzliches Unwohlsein oder gar Schmerz bedeuten, da er ja nun mal nicht mehr ausweichen kann, wie er das früher immer ganz entspannt konnte.

Findus hat einfach die (Hunde-) Schnauze voll.......

Findus hat einfach die (Hunde-) Schnauze voll.......

Angefangen hatte es so, dass er die Analkontrolle durch andere Hunde nicht mehr zuließ und dann attackierte. Später reichte es, wenn er nur die Hundemarke eines Hundes hörte um sich anzuspannen und wenn der Hund nahe genug dran war, vorwärts zu gehen. Bei Hündinnen und Kastraten beruhigte er sich manchmal wieder, aber auch nicht immer. Bei Rüden war er nicht mehr zu bändigen. Im Freilauf hingegen ist Findus souverän im Umgang mit anderen Hunden beider Geschlechter und wirkt sehr erfahren. Nur an der Leine wurde er zum Monster. Seine Menschen verstanden seine recht rasche Verhaltensänderung an der Leine überhaupt nicht. Jetzt wissen sie, dass er schlichtweg ein Mitspracherecht braucht, mit wem er in Kontakt gehen möchte und mit wem nicht. Alles andere empfindet er als übergriffig und das lässt er, und das ist sein Recht, einfach nicht mit sich machen. Frauchen und Herrchen versuchen seither an der Leine einfach entspannt an anderen Hunden vorbei zu gehen. Oder diese höflich weiter zu schicken. Die Hunde haben damit meist kein Problem und gehen sich aus dem Weg. Was sich in Berlin aber als unglaublich schwierig gestaltet, sind die Reaktionen der anderen Hundebesitzer. Selbst wenn klar ist, dass kein Kontakt erwünscht ist, nehmen viele ihre Hunde nicht ran und führen sie nicht mit Abstand vorbei. Selbst wenn man höflich fragt, wird die Bitte viel zu oft ignoriert und dem nicht genug, bekommen Findus Menschen ungefragt Ratschläge bis hin zu äußerst unhöflichen Anfeindungen. "Was hat denn Ihr Hund?" ist da noch die freundlichste Frage. "Ihr Hund ist aber aggressiv." "Besuchen Sie mal eine Hundeschule." oder "Hunde müssen immer Kontakt haben!" ist nur eine Auswahl an wenig konstruktiven Belehrungen, die sie täglich über sich ergehen lassen müssen. Findus Frauchen ist schwanger und geht im Grunde kaum noch mit ihm vor die Tür. Einen Hund zu haben hat sie sich ganz anders vorgestellt. Der Leidensdruck ist zu groß geworden. Das extreme Ausrasten von Seiten Findus wurde zwar mit Hilfe eines Trainers bearbeitet und ist mittlerweile weitestgehend im Griff. Aber die ständigen ungewollten Hundekontakte, bei denen keiner vorher fragt, ob es denn überhaupt erwünscht ist, lassen sich nicht vermeiden. Das ist leider eine Frage der allgemeinen Rücksichtnahme. Findus sitzt jetzt viel in der Wohnung herum. Da die Situation später mit Kinderwagen auch nicht ungefährlicher werden wird, mussten Findus neue Besitzer genau nachdenken, wie sie es in Zukunft machen werden. Findus hat Glück. Seine Menschen haben ihn so lieb gewonnen, dass sie ihn nicht wieder abgeben wollen. Zudem gibt es finanziell die Möglichkeit, nach der Geburt Berlin zu verlassen und auf's Land zu ziehen.

Dieses Glück haben viele andere Hunde, die leinenaggressiv geworden sind, leider nicht. Mit den ständigen Auseinandersetzungen mit anderen Hundebesitzern und der ständigen Gefahr, dass es zu einer ernsthaften Beißerei kommen könnte, muss man als Hundehalter erst mal leben können. Drei mal täglich. Ein unglaublich stressbelasteter Zustand für alle Beteiligten, Mensch und Hund.

Und die Lösung wäre an sich so einfach......


Lizzy fühlt sich an der Leine sichtlich unwohl, wenn sich ein Hund nähert.

Lizzy fühlt sich an der Leine sichtlich unwohl, wenn sich ein Hund nähert.

LIZZY

Lizzy ist eine kleine Chihuahuadame aus Mailand. Mit Frauchen lebt sie seit einem Jahr in Berlin. In Mailand hatte Lizzy leider recht wenig Kontakt zu Hunden. Frauchen hat das nicht wirklich mit ihr geübt, weil Lizzy Hunden auch immer eher aus dem Weg gehen wollte. Und vor allem auch, weil Lizzy einfach sehr viel Freude mit Menschen hat und diese meist den Hunden vorzieht. Seit sie in Berlin ist, hat sich das geändert. Lizzy hat unfreiwillig sehr viel Hundekontakt. Sie ist eher unsicher, schließlich ist sie wirklich klein und das spürt sie auch. Dass manche Menschen behaupten, Hunde wären sich ihrer Größe nicht bewusst, kann Lizzy nicht nachvollziehen. Sie fühlt sich klein und da sie nie die Möglichkeit hatte, den Umgang mit anderen Hunden verschiedener Größen und mit unterschiedlichen Persönlichkeiten zu lernen, verunsichern sie Hundekontakte. Daher kann sie nur selten ohne Leine laufen, sie würde vor Angst auf die Straße rennen. Es ist auch schon ein paar Mal vorgekommen, dass größere Hunde (die nicht auf ihre Halter hörten) es witzig fanden, den kleinen schreienden Hund zu jagen und seither ist Frauchen zu Recht vorsichtig. Nun hat Lizzy aber das gleiche Problem wie Findus. Sie kann an der Leine der Situation nicht aus dem Weg gehen. Und sie ist winzig klein. Ihre gesamte Körpersprache an der Leine schreit förmlich: "Bitte, ich fühle mich äußerst unwohl, ich möchte keinen Kontakt." und selbst ein Mensch, der noch nie einen Hund hatte, wäre vermutlich in der Lage diese deutliche Körpersprache zu lesen. Trotzdem sind viele andere Hundebesitzer davon völlig unberührt. Ihre in der Regel wesentlich größeren Hunde dürfen zu Lizzy hinrennen. Egal ob sie es möchte oder nicht. Sie ist der Situation ausgeliefert und daher löst es immer großen Stress bei ihr aus. Lizzys Mensch hatte früher schon Hunde, allerdings waren das eher größere Hunde und sie waren allesamt recht cool im Umgang mit anderen Hunden. Lizzy ist der erste kleine Hund. Und für Frauchen ist es neu einen Hund zu haben, der keinen Wert auf Kontakt zu anderen Hunden legt. Da sie mit der Situation selbst überfordert war, nahm sie anfangs auch die Kommentare der anderen Hundebesitzer als Ratschläge an. "Da muss Ihr Hund jetzt halt mal durch, das muss er lernen." Und so schaute Sie zu, wie ihr völlig überforderter Hund an der Leine von anderen Hunden bedrängt wurde, ohne Ausweichen zu können. Ihr Gefühl sagte ihr, dass das so nicht richtig sein kann, aber den forschen Ratschlägen der Leute hatte sie zunächst nichts entgegen zu setzen. Das Problem verschärfte sich, da Lizzy sich komplett alleine gelassen und ausgeliefert fühlte. Ein ängstliches Häufchen Elend mit aufgestellten Haaren wie ein kleines Mini-Trampeltier (Anm. der Redaktion: Kamel mit zwei Höckern). Dann begann Frauchen sich schützend vor Lizzy zu stellen und wenn mehr als ein Hund ankommt und die Situation extremen Stress für Lizzy bedeutet, nimmt sie sie durchaus auch auf den Arm. Einer sehr kleinen und unsicheren Hündin an der Leine ein sicheres Gefühl zu geben, ist gar nicht so leicht. Im Grunde muss man den ganzen Tag kommunizieren, dass kein Kontakt an der Leine erwünscht ist. Und auch Lizzys Frauchen kämpft mit der Art, wie andere Hundehalter sich verhalten. Kopfschütteln, Belächeln und auch Sätze wie "So Leute wie Sie haben gar keinen Hund verdient." "Wenn Sie Ihren Hund hochheben, brauchen Sie sich nicht wundern, dass er Angst hat." kennt sie zu Genüge. Aus Mailand kennt sie diesen Umgang unter Hundehaltern nicht. Begegnen sich dort Hund-Mensch-Teams, nehmen die Leute ihren Hund kurz ran, Leinen ihn an, führen ihn höflich vorbei und lassen ihn dann wieder laufen. Oder fragen, ob es in Ordnung wäre, dass die Hunde in Kontakt gehen. Man möchte niemanden bedrängen. In Mailand war Lizzy noch ein völlig entspannter Chihuahua.

Na bitte, es geht also. Andere Kulturen bekommen ein rücksichtsvolles Miteinander hin.....Wenn Lizzys Frauchen es schafft, ihrer Kleinen weiterhin entspannte Leinenspaziergänge ohne ständige unfreiwillige Hundekontakte zu verschaffen und für sie zu sorgen (parallel dazu übt sie nachträglich Sozialkontakte in entspanntem Umfeld, OHNE Leine, mit genügend Raum, mit gut erzogenen Hunden), wird Lizzy hoffentlich nicht einer dieser kleinen, völlig verzweifelten Leinenkläffer, die sich beim Anblick eines anderen Hundes sofort so groß wie nur möglich machen und so laut wir nur möglich poltern, um den anderen Hund auf Abstand zu halten. Wenn es schon sonst keiner macht.......


PEDRO

Auch Pedro ist wie so viele Hunde in Berlin aus dem Tierschutz. Der Galgo wurde in Spanien von seinem Jäger entsorgt, Tierschützer sammelten ihn ein. Pedro ist jung und hat mit Hunden keine Probleme. Allerdingst ist das spanische Landei mit dem Lärm, der Hektik und den viel zu vielen Reizen in Berlin stark überfordert. Er hat vor unglaublich vielen Dingen und Geräuschen Angst, ist außerhalb der Wohnung permanent unsicher und für seine beiden Menschen ist das eine schwierige Situation. Sie haben das Gefühl, dem Hund nicht wirklich geholfen zu haben, sondern ihn mit dem Leben in Berlin komplett zu überfordern. Sie haben sich professionelle Hilfe gesucht und arbeiten nun an Pedros Ängsten. Es gibt auch schon einige Fortschritte zu verzeichnen, aber ob die Entscheidung letztendlich die richtige war, oder wie es mit Pedro weiter gehen wird, ist noch unklar. Pedro hat wie gesagt keine Probleme mit Hunden, er scheint gut sozialisiert zu sein und macht im Kontakt im Wald oder Hundeauslaufgebiet windhundtypisch viel über Bewegung und Geschwindigkeit. In Berlin hängt er aus Sicherheitsgründen doppelt gesichert an Geschirr und Halsband und kämpft sich ziemlich verängstigt, zum Teil leicht panisch, durch die Stadt. Trotzdem steuern zusätzlich noch manche Hundehalter mit ihren Hunden auf ihn zu, in ihn rein. Es ist absolut unübersehbar, dass der Hund gerade Stress hat und keinen Kopf für eine Hundebegegnung. Jetzt muss Pedro, während er versucht das Gefahrenpotential der vorbeifahrenden Tram, der rennenden Kinder, des Baustellengerüsts, des Kinderwagens, der Fahrräder und Autos und des Kinderwagens auszuloten, sich auch noch mit einem anderen Rüden auseinandersetzen. Einem der eben nicht nur spielen will, sondern an der Leine mal kurz klären möchte, wer der coolere Typ von beiden ist. Steifbeinig und fixierend. Während Pedro sich gestresst windet und sich mit Herrchen in der Leine verheddert. Auf die höfliche Bitte den Hund ranzunehmen und einfach weiterzugehen kommt dann als Antwort noch ein vorwurfsvolles "Der arme Hund! Entspannen Sie sich doch mal oder lassen Sie ihn von der Leine. Hunde müssen frei sein."...... Auch für Pedros Leute ist es immer wieder überraschend, wie wenig Feingefühl andere Hundebesitzer mitbringen. Zu einem Kontakt gehören immer zwei und BEIDE müssen mit dem Kontakt einverstanden, dazu in der Lage sein. Eigentlich völlig logisch. Pedro hat mittlerweile begonnen leise zu knurren, wenn sich Hunde nähern. Sein entspanntes Verhältnis zu Hunden verändert sich bedauerlicherweise. Da Pedros Leute mittlerweile ziemlich genervt sind, von dem täglichen Kampf auf der Straße und Pedro sich einfach nur draußen in der Natur wie ein glücklicher, normaler Hund verhalten kann, fahren sie täglich mit dem Auto raus. Aus der Wohnung, in das Auto, auf das Feld. An seinen Ängsten wird natürlich weiterhin gearbeitet. In der Hoffnung, dass man nicht zu vielen anderen Hundemenschen begegnet, die die Situation zusätzlich verschärfen.....


Abschließend möchte ich dazu noch sagen, dass es zum Glück auch viele rücksichtsvolle und achtsame Menschen da draußen gibt. Leute die sehen, dass man keinen Kontakt möchte, ihren Hund kurz rufen, im Fuß vorbei führen und wieder laufen lassen. Dauert 5 Sekunden und macht den Umgang miteinander so viel entspannter. Und es gibt viele Menschen, die vorher fragen. Ich persönlich bedanke mich dann immer für die Rücksicht. Man soll sich ja nicht nur auf das Negative konzentrieren ;-).

Aber nicht ohne Grund hielt ich es für wichtig, dieses Problem ein weiteres mal zu thematisieren (siehe Artikel unten "der angeleinte Hund"). Für einen Menschen mit einem leinenaggressiven oder ängstlichen oder kranken oder alten und blinden oder oder oder oder Hund, sind Spaziergänge wirklich oft ein Spießrutenlauf. Es kann die Lebensqualität wirklich unglaublich einschränken, wenn man dem täglich mehrfach ausgeliefert ist. Als Hundetrainerin bekomme ich durch meine Kunden natürlich die geballte Ladung an Geschichten mit und ich muss sagen, die werden immer verrückter. Einfach nur nicht auf den andern zu achten, das ist ja ein genereller Trend, aber die völlig kontraproduktiven Belehrungen und Anfeindungen, das scheint tatsächlich immer krasser zu werden. Man könnte ein Buch schreiben. Findus, Lizzy und Pedro sind nur ein klitzekleiner Ausschnitt. Und gefühlt nimmt die Zahl der an der Leine gestressten Hunde zu. Wen wundert’s.

Daher, liebe Leute, wenn Euch all dies vorher nicht bewusst war, kein Problem! Jetzt ist es euch bewusst und ihr wisst für euren nächsten Spaziergang: Viele Hunde wollen an der Leine einfach nur ihre Ruhe.

Also gehe ich höflich vorbei oder ich frage nach. Denn auch der Hund an der Leine möchte entscheiden können, ob er berührt und konfrontiert werden möchte, oder nicht....

 

DANKE! :-)

 
 
Posted on December 2, 2017 and filed under Alltag mit Hund, Rücksicht + Miteinander.